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Interview

Kurt Ehrenbergers Abschied als WFV- Präsident

von Hans Polyak

Kommerzialrat Kurt Ehrenberger beendet seine 20- jährige Tätigkeit als oberster Fußballfunktionär Wiens. Der Ehrenpräsident des Wiener Fußball- Verbands über seinen Abschied und über seine lange "Regentschaft" als WFV- Boss.

Herr Kommerzialrat, am 20. Februar übergaben Sie das Amt des WFV- Präsidenten an Robert Sedlacek. Mittlerweile ist mehr als eine Woche vergangen. Ist da Wehmut aufgekommen? Schließlich standen Sie ja immerhin zwei volle Jahrzehnte an der Spitze des Wiener Fußball- Verbands.

Kommerzialrat Kurt Ehrenberger: Natürlich kann man die 20 Jahre nicht so einfach abhaken, als ob nichts gewesen wäre. Meine Funktionärstätigkeit erstreckte sich ja nicht nur über diese zwei Jahrzehnte, sondern sie begann ja bereits im Jahre 1964. Anderseits muss man wissen, wann Schluss ist. Zudem wollte ich ja eigentlich schon früher mein Amt zur Verfügung stellen, nur kam mir die EURO 2008 dazwischen. Damals wurde ich bekanntlich gebeten, Wiener OK- Chef zu werden.

Werden Sie dem Fußball in irgendeiner Form erhalten bleiben oder sagen Sie dem runden Leder gänzlich Adieu?

Kommerzialrat Kurt Ehrenberger: Sicherlich werde ich weiterhin auf den Fußballplätzen anzutreffen sein.

Woran erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

Kommerzialrat Kurt Ehrenberger: Zweifellos ist es unter meiner Funktionärsperiode gelungen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien eine Sanierungsoffensive der Wiener Fußballsportanlagen in Angriff zu nehmen. Und das erfolgreich, wenn man nur an den Bau der vielen Kunstrasenplätze denkt. Oder an die Errichtung von Kabinen,  Tribünen und Flutlichtanlagen. Gerne denke ich auch an die Europameisterschaft vor zwei Jahren zurück. Da hat die Organisation in Wien hervorragend geklappt.

Hat es für Sie auch traurige Seiten in Ihrem "Geschäft" gegeben?

Kommerzialrat Kurt Ehrenberger: Zweifellos! So musste ich einige Weggefährten und Funktionäre auf ihrem letzten Weg begleiten. Zuletzt meinen ehemaligen Schulkollegen und Fußballfunktionär Helmut Jereb sowie beinahe zeitgleich den ehemaligen Rapid- Stürmer und langjährigen Verbandsmitarbeiter Bruno Messarosch.

Sie haben selbst gekickt, verfolgen mehr als ein halbes Jahrhundert den österreichischen und internationalen Fußball.

Kommerzialrat Kurt Ehrenberger: Das ist richtig! Während dieser Zeit hat sich sehr viel verändert. Die Athletik ist in den Vordergrund getreten. Auf Taktik wird großer Wert gelegt. Manchmal leider auf Kosten der spielerischen Linie.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Kommerzialrat Kurt Ehrenberger: Vorrangig sollte weiterhin großer Wert auf die Nachwuchspflege gelegt werden. Nachwuchsarbeit sollte nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, sondern ein ehrliches Anliegen. Das haben auch schon sehr viele Vereine begriffen. Allein aus wirtschaftlichen Gründen! Es bringt überhaupt nichts, abgetakelte Pseudo- Stars zu verpflichten. Vielmehr sollte in die Jugend investiert werden. Das war mir immer wichtig. Und das ist auch ein großes Anliegen meines Nachfolgers Robert Sedlacek. Persönlich wünsche ich mir und meiner Familie Gesundheit, damit ich das Alter noch genießen kann und auch das Fußballgeschehen weiterhin verfolgen kann.

 

 

 

 

 

 


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