Geschichte des Wiener Fussball-Verbandes
Der Wiener Fußball-Verband ist seit 1923 die Vereinigung der
Wiener Fußballvereine. Der Hauptzweck des Wiener
Fußball-Verbandes ist die Förderung des Fußballsportes in Wien.
Der Verband regelt Verbandsspiele und Verbandswettbewerbe
(Meisterschaften) und unterstützt seine Mitgliedsvereine in
sportlicher und finanzieller Hinsicht. Als ordentliches
Mitglied des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) übt der WFV
seine Tätigkeit gemeinnützig aus. Er vertritt die Interessen
seiner Mitglieder in der Öffentlichkeit und im ÖFB. Weitere
Aufgaben des WFV sind die Schiedsrichter- und
Trainerausbildung, sowie die spezielle Nachwuchsförderung durch
das Landesverbandsausbildungszentrum (LAZ Wien).
Die Jahre bis zur Verbandsgründung

Die Geschichte des Wiener Fußballs begann Ende des 19. Jahrhunderts mit den damals in Wien lebenden englischen Gastarbeitern. 1892 wurde der "Vienna Cricket Club" gegründet, doch Cricket alleine war zu langweilig und bereits 1894 erfolgte die Namensänderung auf "Vienna Cricket and Football Club". Dieser Verein war jedoch nicht der erste Fußballverein in Wien, denn einen Tag vorher - am 22. August 1894 - wurde der "First Vienna Football Club" gegründet. Zwischen diesen beiden Teams kam es auch zum ersten offiziellen Match in Österreich. Die "Cricketer" gewannen vor 150 bis 200 Zuschauern klar mit 4:0.
1897 gab es den ersten Cup-Bewerb. Der "Vienna Cricket and Football Club" gewann den "Challenge-Cup" im Finale gegen den "Deutsch-österreichischen Turnverein" mit 7:0.
Am 18. Dezember 1898 fand ein Match einer Wiener Auswahl
gegen eine Auswahl der Wiener Engländer statt, das die
Gastarbeiter vor bereits 2.500 Zuschauern mit 4:1 gewannen.
Am 16. Mai 1911 wurde der Niederösterreichische
Fußball-Verband gegründet, dem auch die Wiener Vereine
angehörten. Im September des gleichen Jahres startete die erste
Meisterschaft, bei der elf Wiener Klubs mitwirkten. Erster
Meister wurde Rapid vor dem Wiener Sportclub, WAF und WAC.
Die Zwischenkriegszeit und der Anschluss
Auch nach dem ersten Weltkrieg und der Zerschlagung der Doppelmonarchie blieb Wien die Hauptstadt von Niederösterreich. Nach langwierigen Diskussionen wurde Ende 1921 das "Trennungsgesetz" beschlossen und Wien wurde am 1. Januar 1922 ein eigenes Bundesland.
Das hatte auch Auswirkungen auf den Fußball und am 15.
Februar 1923 erfolgte die Teilung des Niederösterreichischen
Fußball-Verbandes in den Wiener Fußball-Verband und den
Niederösterreichischen Fußball-Verband.
Erster Präsident des Wiener Fußball-Verbandes wurde Dr. Ignaz Abeles, der schon davor die gemeinsamen Geschicke gelenkt hatte. Nachfolger wurde 1927 Dr. Josef Gerö, unter dessen Leitung die Niederösterreicher sich 1928 dem Wiener Fußball-Verand anschlossen. Nur fünf Jahre nach der Trennung war man wider vereint.
Nach Gründung des Wiener Fußball-Verbandes 1923 war der Verband in die Taborstraße in den zweiten Bezirk übersiedelt. In den ersten Jahren wechselte man immer wieder den Standort. Von der Taborstraße übersiedelte man ins "Hotel Royal" in die Singerstraße um bald darauf wieder in die Leopoldstadt ins "Wallacehaus" in die Tegetthoffstraße 3 zurückzukehren. Am 16. November 1932 erfolgte die Übersiedlung von der Tegetthoffstraße in das neue Verbandsheim des ÖFB und des Wiener Fußball-Verbandes in die Berggasse 9.
Am 13. März 1937 hielt der Wiener Fußball-Verband die letzte
Generalversammlung für viele Jahre ab. Im März 1938 hört
Österreich zu existieren auf und ist nur noch ein Gau. Es
wurde eine Gauliga (Ostmark) gegründet, der die Wiener Klubs
Rapid, Austria, Sportclub, Vienna, Wacker, Admira und
Austro-Fiat angehörten. Die letzte Kriegsmeisterschaft 1944/45
wurde nicht mehr beendet.
Nachkriegszeit bis heute
Schon einige Tage vor dem Ende des zweiten Weltkrieges, am 2. Mai 1945, fand die erste Sitzung des Wiener Fußball-Verbandes unter der Leitung von Polizeihauptmann Dr. Karl Zankl statt. Am 1. September wurde die erste Meisterschaftsrunde des neuen Österreich angepfiffen und der erste Meister hieß erneut Rapid. Den großen Umbruch gab es 1949, denn die Saison 1948/49 war die letzte, in der die "Großvereine" an der Wiener Meisterschaft teilnahmen. Die Klubs beschlossen in einer außerordentlichen Sitzung den Auszug aus der Wiener Meisterschaft und die Gründung der österreichweiten Staatsliga. Die "Österreichische Staatsliga" wurde am 31. Juli 1949 in den Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) aufgenommen.

Seit der Saison 1949/50 wird eine eigene Wiener Meisterschaft/Landesliga (unter verschiedenen Namen - heute als "Wiener Stadtliga") ausgetragen. Die Wiener Liga war zu dieser Zeit privilegiert, denn der Meister durfte ohne weitere Qualifikationsspiele direkt in die Staatsliga aufsteigen. Ein Jahr später wurde die "Staatsliga B" eingeführt und die Wiener Landesliga war nur mehr drittklassig.
Am 1. Jänner 1955 bezog der Wiener Fußball-Verband gemeinsam
mit dem Niederösterreichischen Fußball-Verband und dem ÖFB das
"Haus des Österreichischen Fußballs in der Mariahilferstraße
99.
Die Staatsliga-B wurde durch die Einführung der
Regionalligen 1959 aufgelöst und die Wiener Meister stiegen ab
1960 in die Regionalliga Ost auf. 1974 wurde die Bundesliga mit
erster und zweiter Leistungsstufe gegründet und der
Meisterschaft des Wiener Fußball-Verbandes befand sich nur mehr
in der vierten Leistungsstufe. Mit einer kurzen Unterbrechung
von 1980 bis 1985 (Wegfall der Regionalligen) ist das bis heute
so.
In der Saison 1988/89 führte der Wiener Fußball-Verband
einen Landespokal ein, der als "Wiener Toto-Cup" ausgetragen
wird. Teilnahmeberechtigt sind nur jene Vereine, die an einer
Meisterschaft des Wiener Fußball-Verbandes teilnehmen.
Im Jänner 1991 übersiedelte der Wiener Fußball-Verband
von der Mariahilferstraße ins Schulungsgebäude des
Horr-Stadions in Wien Favoriten. Das eigene Haus in Favoriten
war für viele Jahre die Geschäftsstelle des Wiener
Fußballverbandes.
Im Sommer 2009 kam es zum Umzug ins Ernst
Happel-Stadion. Der Wiener Fußball-Verband übersiedelte in die
für die Europameisterschaft 2008 neu geschaffenen
Büroräumlichkeiten, welche während und im Vorfeld der EM durch
die UEFA, dem Europäischen Fußball-Verband, genutzt wurden.
Präsidenten des Wiener Fußball-Verbandes von 1923 bis heute
| 1923-1927 | Ignaz Abeles |
| 1927-1938
|
Josef Gerö |
| 1945 | Karl Zankl |
| 1946-1959 | Franz Putzendopler |
| 1960-1972 | Julius Blazek |
| 1972-1974 | Franz Horr |
| 1974-1976 | Karl Sekanina |
| 1976-1977 | Wilhelm Alexa |
| 1977-1990 | Othmar Luczensky |
| 1990-2010 | Kurt Ehrenberger |
| seit 2010
|
Robert Sedlacek
|
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