Robert Sedlacek ist neuer WFV-Präsident
von Alex Sollak
Robert Sedlacek folgt Kommerzialrat Kurt Ehrenberger und
wird neuer Präsident des Wiener Fußball-Verbandes.
Am 20. Februar fand in den VIP-Räumlichkeiten des Ernst
Happel Stadions eine außerordentliche Hauptversammlung mit mehr
als 450 Vereinsvertretern und Fußballfunktionären des Wiener
Fußball-Verbandes statt. Neben dem Präsidenten und
Generaldirektor des ÖFB konnte Kurt Ehrenberger sämtliche
Vertreter der anderen Landesverbände, sowie den Wiener
Sportstadtrat, die Leiterin des Sportamtes und viele weitere
Ehrengäste begrüßen. Der wichtigste Tagesordnungspunkt war die
Wahl des neuen Vorstands. Robert Sedlacek der als
geschäftsführender Vizepräsident bereits in den vergangenen
Wochen den WFV geleitet hat wurde zum neuen Präsidenten
gewählt.
WFV-Ehrenpräsident KR Kurt Ehrenberger, WFV-Präsident
Robert Sedlacek
Nach 27 Dienstjahren als Schiedsrichter hat Robert Sedlacek
im Jahr 2001 nach Beendigung seiner aktiven
Schiedsrichterkarriere im WFV begonnen. Auf Wunsch von Kurt
Ehrenberger hat er nach seiner Karriere im Profifußball den
Vorsitz des Jugendausschusses übernommen. Der ehemalige
Bundesliga- und FIFA-Schiedsrichter beerbt mit Kurt Ehrenberger
jenen Präsidenten der in der Geschichte des Wiener
Fußball-Verbandes am längsten dem WFV vorstand. Kurt
Ehrenberger hatte das Präsidentenamt 20 Jahre inne. Als
Funktionär im WFV war er 40 Jahre lang tätig und hatte fast
ebenso viele Jahre Funktionen im ÖFB übernommen. Einige der
vielen Höhepunkte der Funktionärstätigkeit von Kurt Ehrenberger
waren sicherlich der Vorsitz der Kommission in Wien für die
Europameisterschaft 2008 und die Verantwortung als
geschäftsführender ÖFB-Vizepräsident nach dem Rücktritt von
Friedrich Stickler.
ÖFB-Präsident Leo Windtner und Sportstadtrat Christian
Oxonitsch bedankten sich bei Kommerzialrat Kurt Ehrenberger für
dessen Verdienste um den Wiener Fußball. Beide betonten die
gute Zusammenarbeit mit dem Präsidenten und dem Wiener
Fußball-Verband in den vergangenen Jahren. Auf Grund seiner
langjährigen und verdienstvollen Tätigkeit im WFV wurde
Kommerzialrat Kurt Ehrenberger bei der außerordentlichen
Hauptversammlung zum Ehrenpräsidenten des Wiener
Fußball-Verbandes ernannt.
Mit Robert Sedlacek hat der Wunschkandidat von Kurt
Ehrenberger das Präsidentenamt übernommen. Das Team des neuen
Präsidenten bleibt bis auf die Nachbesetzung des
Finanzreferenten unverändert. Der bisherige Vizepräsident und
Finanzreferent Dkfm. Bruno Leherbauer hat aus gesundheitlichen
Gründen seine Funktionen zurückgelegt. Durch den Wechsel von
Johann Janecek ins WFV-Präsidium wurde der Kontroll- und
Meldausschuss mit Dipl. Ing. Johann Liebert nachbesetzt.
ÖFB-Generaldirektor Ludwig, KR Ehrenberger;
Sportstadtrat Oxonitsch, ÖFB-Präsident Windtner
Robert Sedlacek bedankte sich in seiner Antrittsrede bei den
Vereinen und Funktionären für das in Ihn gesetzte Vertrauen.
Weiters hob er die vielen Verdienste von Kurt Ehrenberger als
WFV-Präsident für den Wiener Fußball hervor. Der neue Präsident
möchte zukünftig verstärkt den Dialog und Ideenaustausch mit
den Vereinen pflegen um die Herausforderungen der Zukunft
gemeinsam zu meistern. Der Grundstein für eine positive
Entwicklung ist mit der im vergangenen Sommer erfolgten
Übersiedlung ins Ernst Happel Stadion gelegt worden. Als
weitere positive Maßnahmen nennt er die Kooperation mit der
Schule Polgarstrasse, den Start der neuen WFV-Homepage, die
gute Zusammenarbeit mit der DSG und dem Reichsbund und nicht
zuletzt das gute Gesprächsklima mit den Dachverbänden und der
Stadt Wien. Als wichtige Ziele sieht Robert Sedlacek den Erhalt
und Ausbau der Sportplätze und der Infrastruktur für die
Vereine, sowie die verstärkte Förderung der Jungend und des
Mädchen- und Frauenfußballs. Sedlacek appellierte an die
anwesenden Vertreter der Stadt Wien, Sportstadtrat Christian
Oxonitsch und an die Leiterin des Sportamts Dr. Sandra Hofmann,
die notwendigen Ressourcen auch in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten in gewohnter Form zur Verfügung zu stellen um vor allem
der fußballspielenden Jugend ein vernünftiges Betätigungsfeld
bieten zu können.
Präsident Sedlacek, Geschäftsführer Schlosser,
Vizepräsidenten: Willrader, Janecek, Steiner
Abschließend bedankt sich der neue Präsident Robert Sedlacek
bei KR Kurt Ehrenberger für dessen jahrelangen Einsatz für den
Wiener Fußball, sowie bei allen Gästen, Funktionären und
Vereinsvertretern. Robert Sedlacek wünscht sich, dass alle
Beteiligten im Sinne des Fußballs agieren und den Wiener
Fußball als eine gemeinsame große Familie sehen…
Das erste Interview:
von Hans Polyak
Unmittelbar nach seiner Inthronisierung nahm sich der
frischgebackene WFV- Präsident Robert Sedlacek Zeit, um über
seine Ziele als oberster Fußballfunktionär der Bundeshauptstadt
zu sprechen.
Robert, vorerst herzlichen Glückwunsch zu deiner
Bestellung als Wiener Verbandsboss.
WFV- Präsident Robert Sedlacek: Besten Dank! Die Präsenz
bei der heutigen außerordentlichen Generalversammlung war
sensationell- was Ehrengäste und Vereinsvertreter betrifft. Ich
werte das einerseits als Wertschätzung gegenüber dem
scheidenden Präsidenten Kommerzialrat Kurt Ehrenberger,
anderseits
auch als eine Art Vertrauensvorschuss mir gegenüber. Und
gegenüber meinem etwas veränderten Team.
Hast du nach Beendigung deiner aktiven
Schiedsrichterlaufbahn jemals daran gedacht, WFV-
Präsident zu werden? Oder hast du eher mit einer
Funktionärskarriere bei den Referees gerechnet?
Robert Sedlacek: Eigentlich habe ich überhaupt an keine
Karriere gedacht. Ich wollte vorerst einige Monate Pause vom
Fußball machen und mich dann bei den Schiedsrichtern oder
Beobachtern betätigen.
In deiner heutigen Antrittsrede hast du betont, weiterhin
den Kontakt zur Stadt Wien zu pflegen, um damit den Ausbau
beziehungsweise die Instandhaltung unserer Fußballanlagen zu
gewährleisten.
Robert Sedlacek: Der gute Kontakt unseres Verbands zur
Stadt Wien ist sehr wichtig. Ich werde sicherlich diese
Kooperation fortsetzen, zumal wir die Stadt Wien - das war auch
ein Verdienst meines Vorgängers Kommerzialrat Kurt Ehrenberger
- überzeugen konnten, dass der WFV ein verlässlicher Partner
ist. Und dass die Gelder, die investiert werden, auch sinnvoll
angelegt werden und vor allem dort hingelangen, wo sie auch
gebraucht werden. Wir haben in den letzten Jahren eine große
Sportplatzoffensive - sprich Kunstrasenplätze, Kabinenbau und
Renovierungsarbeiten - in Angriff genommen. Es sollen ja
bekanntlich noch acht weitere Kunstrasenplätze installiert
werden. Natürlich darf dabei nicht außer Acht gelassen werden,
dass die schönen Anlagen auch in Schuss gehalten werden müssen.
Wie kann man dabei die Kosten hereinbringen? Wie kann man es
zuwege bringen, dass sich die Vereine den Spielbetrieb - wie
etwa die Energiekosten - auch leisten können? In diesem
Zusammenhang wird es auch ein Energiekonzept geben. Mein Ziel
ist es, die vorhandenen Gelder in den nächsten Jahren effizient
einzusetzen, um damit in Zukunft vielleicht noch mehr bewegen
zu können.
Du hast jetzt ein Ziel angesprochen. Gibt es derer noch
mehr?
Robert Sedlacek: Wir werden großes Augenmerk auf die
Nachwuchsarbeit legen. Denn die Jugend ist unsere Zukunft! Ein
Großteil der Klubs betreibt Breitensport im klassischen Sinn.
Hier ist es sehr wichtig, optimale Möglichkeiten - ich denke
dabei unter anderem an ideale Trainingsbedingungen - zu
schaffen.
Nicht vergessen werden darf der Frauenfußball, der in
Wien Tradition hat. Ich habe das Gefühl, dass der Frauenfußball
in letzter Zeit etwas stagnierte. Wir werden versuchen, hier
Verbesserungen vorzunehmen.
Ein großes Anliegen sind mir unsere
Landesausbildungszentren. Unsere Anlage Hirschstetten ist
da ein Vorzeigebetrieb, auf den ich sehr stolz bin. Zudem ist
die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Polgarstraße viel
versprechend.
Du hast die Arbeit der Funktionäre hervorgehoben, dabei
den Wiener Fußball- Verband als große Familie bezeichnet.
Robert Sedlacek: So ist es! In einer Familie ist die
Meinung jedes einzelnen Mitglieds gefragt. Auch bei uns! Mir
ist aber auch bewusst, dass nicht jeder Wunsch erfüllt werden
kann. Ich stehe dazu, dass der WFV- mit seinem Sekretariat und
seinen Funktionären - eine Servicestelle für die Vereine ist.
Es muss jedoch klar sein, dass der WFV gewisse Dinge auch
vorgeben muss, dass Ordnung herrscht und dass alle Anliegen zur
Zufriedenheit erledigt werden.
Du hast auch einen Verjüngungsprozess angedeutet.
Robert Sedlacek: Dabei habe ich mich nicht auf einzelne
Personen bezogen. Nur, der Lauf der Zeit bringt Verjüngungen
mit sich. Und erfordert einen Generationswechsel. Das heißt
konkret, dass bei der im nächsten Jahr bevorstehenden
ordentlichen Hauptversammlung die eine oder andere Position
verändert werden wird.
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